Economic Engineering | Das Wirtschaftsmagazin für Ingenieure | Göller Verlag
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PLM-Branche verliert an Dynamik |
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(bv). Mit den Zahlen von Autodesk, Inc. (San Raphael, USA/CA) liegen nun von den wichtigsten, an Börsen notierten PLM-Systemanbietern die Ergebnisse für das Krisenjahr 2009 vor. Zwar scheint das Geschäft mit Engineering-IT nicht so volatil zu sein, wie das mit Ausrüstungstechnologien oder mit Maschinenbau, dennoch blieb diese erfolgsverwöhnte Branche nicht von Einbrüchen verschont. Über die letzten vier Jahre hinweg ist diese IT-Sparte um durchschnittlich zwischen 8 und 10 Prozent gewachsen, so dass der Rückgang der Erlöse beispielsweise bei Dassault Systèmes S.A. (Paris, im Weiteren DS) von 6,2 Prozent (gegenüber dem Geschäftsjahr 2008) eigentlich als eine Verfehlung gegenüber konservativ angenommenen Forecast-Zielen von 15 Prozent bedeutet (wenn 10 Prozent Wachstum für 2009 angenommen werden würde). Besonders hart getroffen hat es Autodesk, das einen Erlösrückgang von 26 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2008 (jeweils Ende 31. Januar) verkraften muss. Auch die Parametric Technology Corporation (Needham, USA/MA) sieht sich bei Gesamterlösen von 938 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2009 (Ende 30. September) mit einem Rückgang von 13 Prozent konfrontiert. Gemessen an den Ende 2008 kommunizierten Zielen von 1,1 Milliarden US-Dollar ergibt sich sogar eine Abweichung von 15 Prozent. Als Umsatzrendite wurde ein Wert von 13 Prozent (2008: 22 Prozent) ausgewiesen. Auf das Nachlassen der Umsätze haben die Systemanbieter, deren Portfolio im Wesentlichen auf CAD- und Datenmanagement-Lösungen basiert, mit Kostenreduzierungsmaßnahmen reagiert, die auch Einfluss auf die Forschungs- und Entwicklungsquote (FuE) haben. So hat DS zwar seine FuE-Anstrengungen im vergangenen Jahr absolut gesehen nicht gesenkt, über die letzten Jahre hinweg aber auch nicht an das Umsatzwachstum angepasst. Die Folge ist, dass die FuE-Quote von 26 Prozent (im Jahr 2006) auf 23 Prozent (2008) zurückging und für 2009 mit 303 Millionen Euro auf dem Niveau von 2007 liegt. FuE-Investments sind in dieser Branche jedoch besonders wichtig, da hier die Innovationszyklen sehr kurz sind. Das Marktforschungsunternehmen Cambashi Ltd. (Cambridge, UK) geht bei den Erlösen von einer V-förmigen Verlauf aus und erwartet je nach Region Zuwächse für die kommenden Jahre zwischen 3 (Europa) und 8 Prozent (USA, Asien-Pazifik). In Europa dürfte das Niveau von 2007 erst wieder 2014 erreicht werden. Die CAE-Systemanbieter indes scheinen da mehr Fortüne zu haben. Ansys, Inc. (Southpointe, USA/PA) meldet für 2009 einen Umsatz von 517 Millionen US-Dollar, etwas 8 Prozent mehr als im voran gegangenen Jahr. Diese Zahlen freilich sind weit weg von den Zuwächsen von gut 20 Prozent der vergangenen Jahre. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, bewegt sich die Engineering-IT-Industrie in Richtung gewöhnlicher Branchen mit Wachstumsraten zwischen 3 oder 5 Prozent. Und sollten weiterhin die erwarteten Umsatzrenditen zwischen 15 und 20 Prozent (DS 2009: 18,5 Prozent, bei Ansys gar 35 Prozent 2008 und 2009) liegen, geht dies vermutlich auf Kosten der FuE-Quote, ganz abgesehen von Leistungen im Bereich Service und Support.
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