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Economic Engineering | Das Wirtschaftsmagazin für Ingenieure | Göller Verlag
Dem Hype-Sein entwachsen
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Der IT-Industrie wird nicht selten zum Vorwurf gemacht, ständig neue Hypes zu generieren, um das Geschäft voranzutreiben – und die Fachjournalisten werden dann oft als willfähige Helfershelfer gesehen, die den Zeitgeist mit prägen sollen und damit die Bilder generieren, die man sich von der Sache macht. Im Rahmen des Festakts zum 50. Geburtstags des Chefredakteurs von ECONOMIC ENGINEERING, Bernhard D. Valnion, hielt Marketier Thomas Wedel von IBM eine bemerkenswerte Rede über den Zusammenhang von (erfundenen) Hypes, einem Konstrukt „PLM“ und der tatsächlichen Notwendigkeit, die Anforderungen einer global orientierten Fertigungsindustrie durch PLM zu meistern. Sie können die Rede „Von der Wiege bis zur Bahre - Wie entstehen Produkte und was lernen wir daraus?“ hier herunterladen. Hierzu ein Zitat aus dem Vortrag zur Appetitanregung:
„Wir begegnen [ ... ] einem klassischen, immer wieder zu beobachtenden Phänomen im Zusammenhang mit IT – ich nenne das einmal den invers-faustischen Charakter der Informationstechnologie: Wie ließ Goethe Mephisto in seinem Faust I sagen: Ich bin ein Teil der Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft!“ Goethe kannte die Informationstechnologie noch nicht – wie auch? Die IT will stets das Gute! ... mit diesem Raunen hier im Publikum habe ich gerechnet ...“
Wer mehr zu PLM wissen will, dem empfehlen wir die kommende August-/September-Ausgabe 5/2010 von ECONOMIC ENGINEERING, die sich im Rahmen eines Specials mehr mit diesem Managementansatz beschäftigt.

 
„Die Autos werden asiatischer“
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MÜNCHEN, 6. Juli (bv). Das Exportplus von 47 Prozent auf 1,05 Millionen Wagen und der Anstieg der deutschen Produktion um 32 Prozent im ersten Quartal 2010 hellte sichtlich die Stimmung auf der 18. Handelsblatt-Jahrestagung Die Automobil-Industrie auf, die am 2. Juli 2010 im Kempinski Hotel am Flughafen Franz-Josef Strauß stattfand. Veranstalter der Konferenz ist Euroforum Deutschland. So zeigte sich Dieter Zetsche erleichtert über die wirtschaftliche Entwicklung und die günstigen Auswirkungen für die Automobilindustrie. Insbesondere für den Daimler-Konzern geht Zetsche für ein sehr gutes Jahr 2010 aus: „Keine Marke wächst derzeit schneller als Mercedes-Benz. Unser Stern erstrahlt wieder.“ Der Vorstandsvorsitzende sprach in seiner Auftaktrede zur Veranstaltung über neue Märkte, neue Technologien und neue Kooperationen.
Dass Zetsche von dem Auto der Zukunft sprach, das viel mehr asiatischen, also chinesischen Einfluss haben wird, ist eine logische Konsequenz der rasanten Entwicklung des Reichs der Mitte. Bereits in diesem Jahr wir die Supermacht Japan von Platz 2 der wirtschaftlich bedeutendsten Länder der Erde verdrängen. China war 2009 mit 14 Millionen Pkws und leichten Nutzfahrzeugen der größte Automobilmarkt der Erde, etwa 3,5 Millionen mehr als in den USA. Daimler konnte dort um 65 Prozent zulegen. Deutlich mehr als 100.000 Pkws will der Stuttgarter Autobauer in diesem Jahr dort verkaufen (Mercedes-Benz in China von Januar einschließlich Juni: 60.500. Verschwiegen hat Zetsche freilich, dass hierzulande „premium“ aus dem Ländle seit Jahresbeginn mit 6,5 Prozent weniger nachgefragt wurde (Januar einschließlich Juni 2010: 122.500 Fahrzeuge). Die veritablen Wachstumsaussichten in Fernost haben den Konzern veranlasst, so Zetsche, in China ein Motorenwerk zu errichten, was binnen 3-Jahresfrist in Betrieb gehen soll.
Für den Stadtverkehr setzt man auf den Batterie-elektrischen Antrieb, wobei bis zum Ende dieses Jahres eine Reichweite von 200 km machbar sein dürfte. Für längere Fahren favorisiert Daimler Range Extender. Sie ermöglichen unterbrechungsfreies Reisen bis 600 km, 100 km davon vollelektrisch. Aber auch an Kunden, die größere Reichweiten ohne Emissionen erreichen wollen, hat Daimler gedacht, indem es die Entwicklung der H-Brennstoffzelle vorantreibt. Reichweiten von mindestens 400 km scheinen mit dieser Technologie realistisch, so der Firmenchef. Noch 2010 wird die B-Klasse Fuelcell hierfür auf die Straße gebracht. Besonders attraktiv ist dieser Typ deshalb, weil das Nachtanken gerade einmal drei Minuten dauert. Daimler ist somit der einzige Hersteller, so Zetsche, der die gesamte Palette elektrischen Fahrens beherrscht.
Der Manager ließ keinen Zweifel daran, dass auch weiterhin in den konventionellen Antriebsstrang („Auto 1.0“) und die Abgasentgiftung investiert werden muss: „Wer hier den Spagat meistert, ist eindeutig im Vorteil.“ Schließlich werden die fürs Jahr 2020 angestrebten 1 Millionen Elektrofahrzeuge (siehe „Nationale Plattform Elektromobilität“) dann nur einen Marktanteil von 2 Prozent bedeuten. Deshalb setzt der OEM auf eine Partnerschaft mit Renault/Nissan. Der französisch-japanische Autobauer wird kleine 4-Zylinder-Verbrennungsmotoren mit geringen Emissionen entwickeln, die auch bei Daimler-Modellen zum Einsatz kommen sollen. BMW hat dies mit Peugeot/Citroen bereits vorgemacht. Die Kooperation von Evonik/Li-Tec liefert Daimler den Zugang zu Li-Ion-Batterietechnologie. Gemeinsam mit RWE, EnBW, Enel und Linde treibt Daimler die für elektrischen Fahren notwendige Infrastruktur voran und ein Joint-Venture mit BYD soll einen besseren Zugang für den chinesischen Massenmarkt für Elektromobilität gewährleisten.

Preissensibler Markt

Derzeit fahren weltweit rund 800 Millionen Fahrzeuge, im Jahr 2020 sollen es 1,4 Milliarden sein. Tobias Hagenmeyer von Getrag wies auf die erhebliche Preissensivität im Automobilgeschäft hin. Allein, was die Abwrackprämie im vergangenen Jahr bewirkt habe, sei schon erstaunlich. Nun will aber die Bundesregierung für die Stimulation des E-Mobility-Markts keinen Cent ausgeben, die Franzosen indes sind bereit, jeden Kauf eines E-Fahrzeugs mit 5.000 Euro zu subventionieren. Hagenmeyer ließ keinen Zweifel daran, dass Finanzierungshilfen aber sehr wichtig sind, etwa in den USA, wo die Ladung eines E-Fahrzeugs über die 110V-Infrastruktur doppelt solange dauert wie hierzulande, daher ein Sponsoring von Stromanschlüssen mit höherer Spannungsversorgung sehr sinnvoll erscheint.
Getrag beschäftigt in der Entwicklung 1100 Mitarbeiter, was sich in einem sehr innovativen Produktportfolio, insbesondere Getriebe jedweder Coleur ausdrückt. Getrag liefert auch das Getriebe für den E-Smart. Hagenmeyer machte sich für 1- und 2-Gang-Getriebe für Elektrofahrzeuge stark und stellte einen selbstentwickelten Range Extender vor. Die Motivation dafür ist verblüffend offensichtlich: „Stellen Sie sich vor, sie bleiben mit einem E-Fahrzeug auf freier Strecke stehen, weil keine Batterieleistung mehr zur Verfügung steht. Einfach mal so nachtanken geht nicht!“ Range Extender dürften die ideale Technologie sein, so argumentierte der President, die Menschen an die E-Mobilität heranzuführen. Interessant beim Reichweitenverlängerer von Getrag ist die Option, den Verbrennungsmotor nach Belieben dazu zu schalten, man ist also stets Herr der (hochkomplexen) Steuerung des Ganzen.

 

Die Zeitschrift

Ist Cloud Computing etwas für Berechnungsingenieure? Die ganze Story hierzu in der neuen Ausgabe 4/2010. Außerdem in digitalPLANT 4/2010: Building Information Modeling für Anlagenplaner

Aktuelles

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06.07.2010
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